Zöllner-Männerchor Bernburg e.V.

Jubiläumskonzert 165-Jahre Zöllner-MC

BERNBURG/MZ. Eine Standfigur im Foyer des Bernburger Carl-Maria-von-Weber-Theaters lenkte den Blick des Betrachters auf den besonderen Anlass. Sie verkörperte den Musiker Carl-Friedrich Zöllner (1800 bis 1860), Namensgeber des Bernburger Männerchors, der an diesem Samstag vor voll besetztem Theater sein 165-jähriges Bestehen feierte.

Daneben stand ein altes Foto aus dem Jahre 1826. Damals stellten sich rund 60 Sänger im Garten der Union dem Fotografen. Wo heute die AOK untergebracht ist, war zu früheren Zeiten das Stammlokal der "Zöllner". Inzwischen bringt der traditionsreiche Chor, der einer der ältesten in Sachsen-Anhalt ist, noch rund 30 aktive Sänger auf die Bühne.

Zu seinem Jubiläum hatte sich der Chor mit dem Frauenchor "Harmonie" Wulfen und dem Frauenchor Klein Schierstedt verstärkt, die ebenfalls von Chorleiter Peter Blail geleitet werden. Vor allem aber zeigte sich die Idee als goldrichtig, mit der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck unter Leitung von Christian Simonis ein professionelles Ensemble zu verpflichten. Das Tempo und die Präzision des Orchesters riss die Zuschauer im Saal immer wieder zum Applaus hin.

Am schönsten war es, wenn die Wiener Klänge in einem Tempo erklangen, dass einem schwindlig werden konnte. Der gebürtige Wiener Simonis verlieh dem Festprogramm so seine unverkennbare Note. Vor allem Lieder von Johann Strauß aus der Operette "Die Fledermaus" oder die Walzerklänge "An der schönen blauen Donau" animierten die Zuschauer zum Mitklatschen. Ein vernehmliches "Aah" und "Ooh" ging durch die Reihen, als nach der Pause Claudia Wolff die Bühne in einem feuerroten Abendkleid betrat.

Die selbstbewusst auftretende, freiberuflich in Potsdam lebende Sopranistin versprühte eine solche Spielfreude und Selbstironie, dass neben ihr der Bariton von Peter Blail erst einmal bestehen musste. Starken Applaus bekam aber auch Blail bei der Robert-Stolz-Melodie "Frag nicht warum".

Es war ein Abend, an dem der Chorgesang mit Hilfe eines Orchesters und zweier Gesangssolisten gewürdigt wurde. Dazu trugen auch die beiden Frauenchöre "Harmonie" Wulfen und Klein Schierstedt bei. Sie waren besonders gefragt, als die bekannte Operettenmelodie "Ja, das Studium der Weiber ist schwer" mit Hilfe der Sopranistin auf die Männer abgewandelt wurde.

Den Beginn des Abends hatte der Zöllner-Männerchor mit einem Lied eingeleitet, das der Chor schon seit 50 Jahren nicht mehr gesungen hat. Das "Waldvögelein, op. Nr. 4", komponiert von Carl-Friedrich Zöllner, wurde zu einem leisen, romantischen Beginn. Anschließend begrüßte Kerstin Schmidt die Gäste. Sie gab einen Abriss über die Geschichte des Chores seit dem 23. Oktober 1846 und erinnerte daran, dass das Theater erst 15 Jahre zuvor eröffnet worden war.

Auch Detlef König, erster Vorsitzende des Zöllner-Männerchores, ergriff das Wort. "Ihr Applaus ist unsere Motivation", dankte König dem Publikum. Dass Christian Simonis und die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie bereit gewesen seien, bei dem Jubiläum mitzuwirken, "das ehrt uns außerordentlich und ist ein schönes Jubiläumsgeschenk", erklärte König.

Eine Wiederholung des Festkonzertes zum 165-jährigen Bestehen des Zöllner-Männerchores findet am kommenden Freitag, den 28. Oktober um 19.30 Uhr im Tolberg-Saal in Schönebeck-Bad Salzelmen statt.